Staudämme und eine Löwenhaut

Diesen Tag starteten wir frohen Mutes zu einem Ausflug, der uns die topographischen Schönheiten der Region zeigte, ihre technische eingefasste Kulturlandschaft in Form von monumentalen Brücken und Staudämmen, und vor allem eine Ehrfurcht gebietende Präsentation einer kugelsicheren Löwenhaut durch den Enkel seiner Majestät Odeneho Kwafo Akoto III. Doch der richtigen Reihe nach.

Der Morgen graut über dem Volta-Stausee, einem der grössten der Welt, der nicht nur Ghana, sondern auch Togo und Benin mit Strom versorgt. Die Reise geht im Luxusbus südkoreanischer Provenienz kommend und ventiliert über die weltberühmte Adomi-Brücke zum ersten Abenteuer des Tages: einer gemächlichen Wanderung bergauf des nahegelegenen Hügels, der auch ein Naturschutzgebiet darstellt. Behenden Schrittes erklimmen wir den Aussichtspunkt über ebenjene Brücke südlich des Akosombo-Staudamms bei Atimpoku. Bergab geht es dann zügig, wenn auch unter leichtem Regen mehr schlitternd als schrittsicher.

Als nächstes bringt uns unser Programm zum Palast-Museum der Akan Nation, die gleichzeitig als offizieller Sitz des Königs dient. Dort werden uns beeindruckende historische Kostbarkeiten präsentiert, die die Schlüssel zur ehemals dänischen Festung Christiansborg beinhalten, grosse Teile eines erst kürzlich vom British Museum und dem Victoria und Albert Museum herausgegeben Goldschatzes des Akwamu-Reiches einschliesst. Der Höhepunkt ist dabei nicht einmal jene zum Cape geschnittene Löwenhaut, sondern ein Allerheiligstes, welches wir nach 3×3 Klopfsignalen betreten dürfen. Heilige Trommeln und ein monarchischer Hocker (Stool) werden als Reliquie präsentiert.

Der Akosombo-Staudamm soll denn als Kontrapunkt zum traditionellen Ghana das modern technische, dabei monumentale Werk des Landes präsentieren, was auch durch eine Annäherung auf dem Wasserwege in bequemen Schaluppen erreicht wird. Die Schwimmweste trägt sicherheitshalber der Tour Guide. Wieder an Land, kommen wir in den Genuss zweier wohl präsentierter historischer Referate von überzeugender Qualität, und einer unter uns zu seinen ersten Moskitostichen.

Olaf Bachmann und Matthias Scheidig