Heute treten wie die Rückfahrt nach Accra an, die reine Fahrtzeit wird auf etwa 8 Stunden geschätzt.
Kurz nach der Abfahrt versorgt uns Nii mit unserem täglichen Proverb. Es lautet: „The river that forgets its source, will dry up.“
Den weniger holprigen Teil der Fahrt nutzen wir für Referate. Zuerst stellt Hubert uns sein Thema „Die Accra riots: Kwame Nkrumah und die Kriegsveteranen“ vor.
Die Accra Riots 28.2.1948 waren ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur ghanaischen Unabhängigkeit. Rahmenbedingungen waren u.a. die hohe Unzufriedenheit der Kleinbauern mit den niedrigen Erlösen für Kakao sowie hohe Lebenshaltungskosten für die Bevölkerung. Die Ex-Servicemen Union forderte bei einer Demonstration am 28.2.1948 insbesondere die Anerkennung ihrer Union und die Verbesserung der sozialen Absicherung der Veteranen.
Bei einer Konfrontation der etwa 2000 Demonstrierenden, die auf 10 bewaffnete Polizeikräfte trafen, wurden 2-4 Personen durch diese erschossen. In der Folge kam es zu Unruhen, einer Untersuchung durch die Watson Kommission, die Ausarbeitung einer neuen Verfassung sowie im Juni 1949 der Gründung der CPP unter Dr. Kwame Nkrumah.
Während der Fahrt können wir einen Blick auf den trüben Ankobra Fluss und Kautschukplantagen werfen.
Auf Hubert folgt Katharina mit ihrem Referat zum Thema „Postkoloniales Schuldenmanagement: Ghana und der Internationale Währungsfonds“.
Hauptaufgabe des IWF ist die Herstellung von Finanzstabilität. Hierzu vergibt der IWF u. a. Kredite gekoppelt an politischen Auflagen. Ghana musste seit der Unabhängigkeit bereits 17 oder 18 Mal den IWF anrufen. Zuletzt war Ghana Ende 2022 zahlungsunfähig und es kam 2023 zu einer Hyperinflation. Zentrales Problem der ghanaischen Finanzpolitik ist die geringe Diversifizierung der Wirrschaft und die Abhängigkeit von Weltmarktpreisen. Effekte der IWF-seitigen Auflagen sind zum einen die Eindämmung der Inflation auf etwa 8 %, zum anderen aber auch stark sinkende staatliche Pensionen, erschwerte inländische Kreditvergabe und Risikoaufschläge im Privatsektor.
Die Fahrt führt uns an Fort William und Fort Amsterdam vorbei. Damit wir nicht einrosten, bietet uns Monika eine Bewegungseinheit an, die dankend angenommen wird.

Nach der Ankunft im Hotel begeben wir uns in einen örtlichen Club und genießen ein schmackhaftes à la carte Essen. Zur Livemusik tanzend lassen wir den Abend ausklingen.
Yasemin Kizilirmak