Nzulezo: Das Dorf auf dem Wasser

Nzulezo (auch Nzulezu) ist das einzige Stelzendorf Ghanas und liegt im Amansuri-Feuchtgebiet nahe Beyin, etwa 90 km westlich von Takoradi.
Der Name bedeutet im Nzema „Oberfläche des Wassers“ und beschreibt treffend die Lage des Dorfes auf dem Lake Tadane.
Der Zugang erfolgt ausschließlich per Kanu vom Besucherzentrum in Beyin aus. Die Fahrt durch das Amansuri-Feuchtgebiet – ein Ramsar-Schutzgebiet und der größte Binnen-Sumpfwald Ghanas  ist bereits ein landschaftliches Highlight.
Vor Ort führt ein lokaler Guide durch das Dorf, erklärt das Leben auf den Stelzen.

Fort Apollonia (Beyin): Museum der Nzema-Kultur

Fort Apollonia in Beyin ist eine der 35 historischen Festungen an der ghanaischen Küste und seit 1979 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Forts and Castles, Volta, Greater Accra, Central and Western Regions“.
Die erste europäische Präsenz geht auf die Schweden (1655–1657) zurück; 1691 errichteten die Briten einen Handelsposten, der 1768–1770 zur Festung ausgebaut wurde.

Nach der Abschaffung des Sklavenhandels wurde das Fort 1819 aufgegeben, 1836 wiederbesetzt und im Rahmen des britisch-niederländischen Fort-Tauschs 1868 an die Niederlande übergeben, die es in Fort Willem III umbenannten. 1872 fiel es zurück an die Briten, die es 1873 bei einem Angriff auf Beyin bombardierten.
In den 1960er-Jahren wurde es restauriert und beherbergt seit 2010 das Museum of Nzema Culture and History.
Das Museum widmet sich der Geschichte und Kultur der Nzema, einschließlich der Rolle der Festung im atlantischen Sklavenhandel und der lokalen Widerstandsgeschichte.

Fort Groß Friedrichsburg: Das deutsche Fort bei Princes Town

Fort Groß Friedrichsburg (auch Fort Fredericksburg/Fredriksborg) liegt bei Princes Town unweit von Cape Three Points und ist das einzige bekannte, von Deutschen errichtete Fort in Ghana.
Es wurde 1681–1683 im Auftrag des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm aus Steinen erbaut, die teilweise per Schiff aus Preußen herangeschafft wurden.

Das Fort entwickelte sich zu einem zentralen Umschlagplatz des europäischen Sklavenhandels; Schätzungen zufolge wurden etwa 300.000 Afrikanerinnen und Afrikaner von hier aus in die Karibik verschifft.
1717 verkaufte Preußen die Kolonie an die Niederlande; diese übernahmen das Fort offiziell 1718, konnten es aber erst 1724 nach lokalem Widerstand vollständig besetzen und nannten es Fort Hollandia.
1815 wurde es aufgegeben, 1872 an die britische Krone verkauft. Seit 1979 gehört es ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Heute bietet das restaurierte Fort geführte Touren zur Kolonial- und Sklavereigeschichte. Für Besucher der Ankobra-Region ist das Fort ein wichtiger historischer Kontrapunkt zu den niederländisch-britischen Festungen weiter östlich.

Monika Dossmann