Nach der Ankunft und einem Frühstück im Hotel besichtigen wir die Stadt. Das Hotel befindet sich in dem Gebiet, das während des Kolonialismus nur den „weißen“ Kolonisatoren vorbehalten war. Auf der Busfahrt erhalten wir von unserem Guide Nii Aii Salomon eine kurze Einführung in die Geschichte Ghanas. Diese vertiefen wir im Nationalmuseum. Wir finden Artefakte vor, die teilweise bis zu ca. 4000 Jahre alte sind, wie Faustkeile, Waffen, Königsgewänder, Schmuck, Tonfiguren, Stools (Königsstühle) und Bilder von gegenwärtigen traditionellen Festlichkeiten und ethnischen Führungspersonen. Die Tiersymbole der unterschiedlichen Clans werden uns erläutert.
Auf der Fahrt zum Dr. Kwame Nkrumah Memorial fahren wir die Independence Avenue entlang. Von dieser zweigen Nebenstraßen ab, die nach unterschiedlichen afrikanischen Politikern der Unabhängigkeitszeit benannt sind. Wir fahren auch am Finanzzentrum und an einem Krankenhaus vorbei, das vor der Unabhänigigkeit nur den Briten vorbehalten war und heute für die gesamte Bevölkerung zugänglich ist. Auf einem ehemaligen britischen Polofeld fand der erste Präsident Ghanas nach drei Begräbnissen in drei unterschiedlichen Ländern seine letzte Ruhe. An diesem historischen Ort hielt Nkrumah auch seine berühmte Unabhänigigkeitsrede 1957. Das Mausoleum stellt den unteren Teil eines Baumes dar, als Symbol dafür, dass Nkrumah die Wurzeln für ein unabhängiges Ghana und die Dekolonisierung Afrikas gelegt hat, aber sein Werk nicht vollenden konnte.
Wir verlassen die Stadt Richtung Osten, um das Osu Castle, früher Christiansborg, zu besichtigen. Von den achtzig kolonialen Fords sind 28 erhalten und stehen auf der UNESCO-Kulturerbeliste. Wir erhalten eine Führung durch die Fortanlage. Das Fort wurde von dem deutschen Händler Heinrich Carloff errichtet, der einen Teil davon für die Schweden errichtete und unter den Dänen erweiterte. Später kauften die Briten Christiansborg auf.
Der Rundgang führt uns die Brutalität des Sklavenhandels vor Augen, insbesondere die Besichtigung eines Kerkers, in dem die gefangenen Sklaven vor ihrer Verschiffung monatelang eingesperrt waren. Das Tor, durch das die Sklaven das Fort zu den Schiffen verließen, wird „The door of no return“ genannt. Wir sehen das Tor vom Atlantikstrand aus.
Nach einer Pause hören wir ein Referat zu Spiritualität im vorkolonialen Ghana und ein weiteres über die Geschlechterrollen in vorkolonialer Zeit. Danach genießen wir ein hervorragendes Abendessen im Hotel.
Fahemah Qarar / Katharina Wiegel