Erfahrungen am 7.September in Elmina

Der Geruch von frischem (und nicht mehr ganz so frischem Fisch) stieg vom Fischmarkt bis hoch zur Brücke, die über die Lagune in Elmina führt. Von hier aus staunten wir morgens über das Gewimmel aus buntgekleideten Marktfrauen, die vor ihren kleinen Holzständen gebratenen, gekochten, geräucherten, rohen und gesalzenen Fisch anboten und über die fliegenden Verkäufer, die ihre Ware in Körben auf dem Kopf präsentierten. Auf dem Markt haben Frauen das Sagen, die hier ihr eigenes Geld verdienen und die Wirtschaft kontrollieren. Mindestens  50 je ca 20 m lange traditionelle Holzboote lagen vor Anker. Über allem thronte das weiße Fort San Jago, von den Portugiesen im 15. Jhdt. zum Schutz der Stadt gebaut.

Anschließend besuchten wir die Universität of Cape Coast- College of Humanities and Legal studies- Faculty of Arts- Department of history and diplomacy und wurden vom stellvertretenden Dekan sehr freundlich empfangen. Ihre Vision ist, als anerkanntes Zentrum für Forschung und Lehre das nationale Bewusstsein für Ghana zu vertiefen und das Verständnis für die Gegenwart und die Zukunft prägende Vergangenheit zu verbessern, besonders die afrikanische Vergangenheit, um Absolventen hervorzubringen, die sich um die immer drängenderen Probleme der Gesellschaft mit Vertrauen und Kreativität zu kümmern. Beeindruckendes Statement des stellvertretenden Dekans war, dass er Lösungsansätze für die vielen Herausforderungen Ghanas nicht in der retrospektiven Dekolonisierungsdiskussion sah, sondern in der Akzeptanz der Vergangenheit gepaart mit dem Mut, selber aktiv Dinge zu gestalten.

Nachmittags ging es über die müllgesäumte Ausfallstrasse, klischeehaft-schön bestanden von hohen Palmen, zum Elmina-Java Museum, dass die Geschichte der Belanda Hitam, der  „schwarzen Holländer“ zeigt. 3000 Männer wurden zwischen 1831 und 1872 in Ghana rekrutiert, um in der königlichen Ost-Indien Armee zu dienen. Mehr-Generation-Familienfotografien  und Genealogien mit ghanaischen, javanischen und niederländischen Mitgliedern unterschiedlichster Hautfarben illustrierten die interkontinentalen persönlichen Beziehungen bis ins 21. Jhdt. Daneben wurde auch der Kulturtransfer der Batiktechnik von Java nach Ghana aufgezeigt.

Und weil es so schön war stiegen wir nach dem Besuch des holländischen Friedhofs schweißtreibende 117 Stufen zur katholischen Missionskirche St.Josef hoch, um von dort den phantastischen Ausblick auf die Altstadt mit dem Golf von Guinea im Hintergrund zu genießen.

Monika Krämer und Ineke den Dulk