Ein botanischer Garten und noch viel mehr

Wisdom is like the Baobab Tree, no one individual can embrace it.

Der Tag startet mit Kofferaffairen: eine Zimmerkarte wurde gesperrt, bevor das Gepäck aus dem Zimmer abgeholt werden konnte, sodass durch das Fenster eingestiegen werden musste. Dann ging die Fahrt zum Flughafen, wo drei vermisste Koffer freudig in Empfang genommen werden konnten. Von dort ging es durch den Berufsverkehr vorbei an der Universität Richtung Aburi hoch „in die Berge“.

Aburi: Botanischer Garten

Der einzige botanische Garten Ghanas befindet sich in Aburi. Er wurde 1890 von Gouverneur Brandford Griffith zusammen mit seinem Chief Medical Officer J. Farell Easmon zu Forschungszwecken gegründet und wird seit den 1920er Jahren als öffentlicher Park genutzt Wir bekommen von unserem eloquenten Guide viele tropische Bäume gezeigt, u.a. den Sheabaum, Weihrauch, Silk-Cotton-Tree, Öl-Palme und den Strangler Ficus Tree, der eigentlich kein Baum, sondern ein Parasit ist. Seine Luftwurzeln wachsen zum Boden hinab, wurzeln dort und umschließen allmählich den Wirtsbaum, der schließlich abstirbt und vollständig zersetzt wird. (Bild 4 u. Bild 4a)


Der Teakholz-Baum kann bis zu 700 Jahre alt werden und wird nicht nur zum Holzgewinnung verarbeitet. Der rote Saft der Blätter ist ein hervorragendes Färbemittel z.B. für die Lippen. Außerdem finden die Blätter Anwendung als Heilmittel und zur Konservierung von Fleisch. (Bild 3)

Der von Gouverneur Guggisberg 1924 gepflanzte Silk-Cotton-Tree hat es innerhalb von 100 Jahren auf diese mächtige Größe gebracht. (Bild 5)

Unter der 1892 gepflanzten Royal Palms Allee versammelten wir uns zum Gruppenfoto, (Bild 6) bevor es auf die Wiese vor dem ehemaligen Government House ging, wo wir die Vorträge von Cornelia und Ariane hörten: (Bild 7)

  • Aburi: Ort im Zusammenspiel kolonialer Machtbestrebungen und religiöser Zivilisierungsmission (Cornelia Adom-Humbert)
  • Mission und Medizin an der Goldküste – Dr. Rudolf Fisch, Missionar und Arzt im Auftrag der Basler Mission (Ariane Dörig Rohdenburg)

Nächste Station Mampong: Tetteh Quarshie Kakaoplantage


Tetteh Quarshie schmuggelte die Kakaopflanze von der Insel Fernando Poo (heute Bioko im Golf von Guinea) im Jahr 1879 nach Mampong und gründete damit die erste Kakaoplantage im heutigen Ghana. Hier wurde uns der komplette Verarbeitungsprozess der Kakaobohne erklärt und demonstriert. Die Kultivierung und Verarbeitung erfolgen ausschließlich in Handarbeit. Die Kakaobohnen werden eine Woche lang fermentiert, danach zur Weiterproduktion getrocknet. Ghana ist heute der zweitgrößte Kakaoexporteur weltweit. Im Anschluss an die Führung wurden Schokolade und Schwarze Seife zum Verkauf angeboten.

Am Ende eines langen, anstrengenden Tages auf der Straße erreichten wir Akosombo in der Volta Region. Zum Abendessen kehrten wir in das Hotel der Volta River Authority ein, von dessen Terrasse aus wir einen beeindruckenden Panoramablick auf den weltgrößten, von Menschen geschaffenen Volta-Stausee. Der im Wasserkraftwerk des Staudamms erzeugte Strom versorgt nicht nur Ghana, sondern wird auch nach Burkina Faso, Nigeria und Togo exportiert.

Am Ufer des Sees checkten wir dann in das von Grünanlagen umgebene Afrikiko Riverfront Resort ein.

Eva Engelhardt und Cornelia Adom-Humbert